eins

Einen klingelnden Kuschelkranz selbstgemacht und verschenkt, einen eigenen günstigstens irgendwo gekauft. Früher war das ja so: Mit der weihnachtlicheren meiner beiden Muttis zum Wochenmarkt gegangen, den schönsten Kranz ausgesucht und dann eine Bratwurst auf dem Markt verspeist, mit Adventskranztüte am Stehtischfuß und frierenden Händen. Beobachtete, nie proklamierte Tradition. Die sich nicht fortsetzen lässt, weil der Markt an der Konstablerwache keine Tofu-Würste anbietet und was anderes irgendwie oll wäre. Und weil die Kränze dort, mittelgroß, mittelnett, zwischen 20 und 40 € kosten, was ganz schön meh für mittelwenig Schmuck ist. Macht aber nichts, ich denk mir was neues, viel viel Schöneres aus.

Schnüpperle

„Schnüpperle“ von Barabara Bartos Höppner. Mein Kernfamilienweihnachtsbuch. Das Kernfamilienweihnachtsbuch meiner Trans-Mutter. Es ist 43 Jahre alt und wird seit zwei Generationen vorgelesen. 24 Geschichten aus dem Adventsalltag von Schnüpperle, seiner großen Schwester Annerose, ‚Vater‘, der ins Büro geht, und ‚Mutter‘, die den Vormittag mit Schnüpperle zu Hause verbringt. Ich schrieb schon vom Klang der Sätze in Kerzendunkel. Letztes Jahr haben der, den ich liebe, und ich versucht, uns die Geschichten im abwechselnd vorzulesen, aber dann wurden wir krank oder schliefen zu unterschiedlichen Zeiten oder in unterschiedlichen Städten. Trost war, es im nächsten Jahr unserem Kind (auch ein Sternschnuppenwunschkind) vorlesen zu können. Am Arsch, ey. Aber auch, weil ich, obwohl es mir so lieb ist und auch duftet, es zu altmodisch für eine dritte Generation finde. Ich wünsche mir ein neues Buch mit zusammenhängenden Adventsgeschichten, die zeitloser oder moderner sind. Und verspreche, dieses Jahr schicke Sachen aus diesem Buch zu teilen. Was lest ihr und was bekamt ihr vorgelesen? Was empfehlt ihr?