das gute Leben

führen:

einen kugeltiefen Kaffeelöffel benutzen, um Pulver ins Filterpapier zu heben

einen Unterteller zur Tasse suchen, den richtigen nehmen

Zucker auf den Tassenboden legen

Nachtarbeit

oder im Januar schon ein Kissen Erde kaufen, in Erwartung von und auf

dahin dann

Schwappbewegung. Badebilder für die computerinterne Webcam. Es friert, weil ich nicht überheizte. Ich will schwitzen. Dann das. Es regnet. Regnet auf Arm und Tastatur. Wetterzyklus von der Wanne an die Decke der Dampf dann plitsch. In mini. Es sind Kosetropfen. Eins zwei drei, ein falsches Blond für mich, ein Wolkenblond, ein Knoblauchblond, ein Oberflächenspiel, ein Spiel, aber nicht lügen! Lieber lernen und echt und ich. Dieses Mal wird anders. Diese Dinge. Dahin. Dann Abtrocknen. Heizung aus. Fenster auf. Los!

erst zurück

in Büchern –

erstes gelesenes Buch, 10. Januar: Archivar der verschwindenden Dinge, Werkstattgespräch mit Jochen Schimmang, edition pæchterhaus

erstes angeschafftes Buch, 11. Januar: gesammelte Werke Georg Büchners, günstiges großes Taschenbuch bei zweitausendeins

letztes angeschafftes Buch, 10. Dezember: Hotzenplotz 3, aus dem Elternwohnzimmer stibitzt

letztes gelesenes Buch, 17. Dezember: Die linkshändige Frau von Peter Handke, zum Wachwerden aus Freundinnenregal gezogen

50 Bücher gelesen
in 2 Büchern veröffentlicht
313 Artikel auf dem Wunschzettel
3 Hardcovernotizbücher halbvollgeschrieben
186 Bücher angeschlepptgekauftgeschenktbekommen

Vorsätze vorgeschoben

Sachen schön machen. (Sachen machen.) Geben, wenn ich gegeben bekommen möchte. Anfassen, wenn ich anfassen will. Meine Neins üben. Ja sagen im Unsichersein. Oberflächliche Geburtstagsgrüße austeilen, weil das bestimmt freut. Ehrlich sein. Mein Handwerkerkönnen ausbauen. Ohrringe tragen. Zum Zahnarzt gehen. Sachen schön finden. (Sachen finden.) Schreiben.

file under: wünschichmir.

das war das was

war mal so das wars dann auch was war es denn es war einmal egal wenn weihnachten well eine erinnerung also alibi also was dass wir zwischen fernsehen dieses  immerhin miese thriller diesmal anders also was na geschenke attrappenbaum manches darunter auf platten auch fest alles ein fest ein einzig fest ein heiligs kein blechle plätzchen fehlanzeige schnee entsetzen geht anders also was

Liebes Christkind,

ich wünsch mir was. Ich mag dich wieder klingeln hören und dann geht die Tür auf und es ist SO schön und es leuchtet und man kann sich nicht satt sehen, nie satt sehen, es ist SO schön und die Musik und die Pakete und es ist SO schön und meine Güte, was da alles drin ist, im Moment, in den Päckchen, im Licht.

Ich wünsche mir Bücher und einen Granatapfelentkerner und eine Waschmaschine und einen Backofen und eine Mikrowelle, die Essen auch warm macht, und diverse Möbel und einen Friseurbesuch und einen Wienbesuch und Geld.

Ich wünsche mir, Sachen nicht nur als schön erkennen zu können, ich wünsche mir, mich zu freuen. Darauf und darüber. Ich wünsch mir das so sehr, so sehr weit weg ist das.

Ich wünsch mir was, liebes Christkind. War brav und fromm und zögerlich. Ich hab das nicht verdient, es gibt trotzdem nichts dagegen einzuwenden. Ich wünsch mir was und hab die Zettel gegessen. Kopfzettel denkt sich nach Himmelsthür, im Schlaf. Ich wünsch mir was.

dunennstespathosichnennesleben

wirdgutweil. sgibtgründe. alsosoandersauch.

Nahm tatsächlich an, Wahres läge darin, sich das Beste zu versagen, weil es womöglich wehtäte. So Sicherheitshalber. So von vorsichtswegen. Ein Nein, und alles würde gut, weil alles nichts würde und das würde dann immerhin nicht schlecht. Kein Weihnachten, ein Beispiel.
Las Zeichen, denn es gab Träume (die Kurzsichtigkeit durch Hellsichtigkeit ausgleichen). Zeichen zeigten: einen Brief, darin Azadorno, auf Klebefolie zu sammeln, Mambo und SC|HERZlichkeiten. ~ zeigten: Grüße und Hallo und Kopfwuscheln. ~ zeigten: Pomelo, Blätterteigtasche, Kinderschminke. Was gemalt bekommen, Augen zu, Pinselkitzeln. Zeig mal!
Mach dann die Augen auf, sammle weiter, sage Ja. Auch dazu, dass es wehtäte, demnächst, das gehört dazu, wenn man was Schönes will, das gehört dazu, wenn man lebt, in echt, das ist das Wahre, das Tage leuchten macht.

Ey, wie konnt‘ ich das vergessen? Geh jetzt Sinnsprüche an die Wand hängen. Leb, Kuchen! A- a- a- a- staying alive, staying alive. Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.

Mädchenkram.

Ich komme aus einer Familie, in der Handwerk und Pragmatismus eine so selbstverständliche Rolle gespielt haben, dass wir Kinder das nicht extra beigebracht bekamen. Für Handwerk und Pragmatismus waren ja nicht wir zuständig. Wir lasen Micky Maus und brachten den Papiermüll runter.

Ich bin in eine Welt gekommen, in der Menschen von sich sagen, sie könnten Sachen nicht, die sie nie gemacht haben, das ist ja auch irgendwie logisch, doch die Menschen machen diese Sachen dann nicht, sie seien grundsätzlich nicht in der Lage dazu, seien eben nicht dafür gemacht und machen sie dann nie. Das Steinzeitmenschengeschlechterding.

Ich bin in dieser Welt und glaube, alles können zu müssen, weil ich alles können will, weil ich keine Grenzen will. Es gibt Sachen, die will ich nur können, weil es untypischer ist, wenn Mädchen sie können und ich bin ein Mädchen und will, dass klar ist, dass Mädchen diese Sachen können können. Es gibt Sachen, die will ich können, weil sie praktisch sind, so wie es überhaupt praktisch ist, Sachen zu können. Es sind so Sachen, die jeder können kann.

Dann steh ich in der Welt, denke, ich habe gerade ein Bett zusammengebaut, ich habe ein Himmelbett ganz alleine zusammengebaut und den Lattenrost auch, obwohl ein Außenholm zu wenig im Paket war, habe das ohne Hilfe geschafft und ohne Fehler, bin stolz darauf und sage so oft „Ich kann das“ zu mir selbst, dass mir daran auffällt, wie ich mich im Defizit denke. Als müsste ich erst mich überzeugen. Als stünde das in Frage. Als sei das was Besonderes. Das ist, wo mir auffällt, dass ich ein Mädchen bin. Das und wenn die Welt sagt, „lass ma ’n paar Jungs holen“, obwohl die auch nicht mehr tun als die Anleitung zu lesen und zu tun, was die Bildchen vorgeben. Das ist, wo ich die Defizitdenke gelehrt bekomme. Dabei kann ich das auch. Nicht obwohl und nicht weil sondern ungeachtet dessen, dass mein Karyotyp 46,XX ist, zum Beispiel. Ich will das zugetraut bekommen, mit Selbstverständlichkeit, das und alles andere auch.