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von Fräulein Zucker / Maren Karlson

fist bumps to my fellow feminists, furious and fine. songs of solidarity to all women who struggle. riot, rage and roses, to each one what is needed most. comfort and celebration.  to receive respect, to share safety. love, rising.

hope you have a great international women’s day.

Wie wir über Kinder sprechen

nicht in Gänze sondern in einem Detail:

Wie ich selbst über mein totes Kind und potenzielle Folgekinder spreche. Muss mir selbst auf die Zunge beißen und mir Mühe geben statt „wenn wir mal Kinder haben“ lieber „wenn wir mal Kinder großziehen“ oder „wenn mal Kinder bei uns aufwachsen/großwerden“ zu sagen. Eine Sprechübung. Wir haben schon ein Kind. Ich will nicht so tun, als sei es nie gewesen. Wir „haben“ es nicht mehr. (Kacke.)
Ich kann gut unterscheiden zwischen „Kinder haben“ und „Kinder selbst machen/selbst gemachte Kinder haben“, ich passe auf, dass ich die Begriffe präzise benutze, vor allem, wenn ich an Pflegekinder und Elternschaft von Pflegekindern denke. Und hatte einen Klickmoment, der beides verbindet:
Wäre es nicht viel schöner, wenn wir insgesamt mehr davon sprechen würden, dass wir oder andere Kinder großziehen, Erziehungsverantwortung für sie haben/übernehmen als dass wir oder andere diese Kinder „haben“? Es könnte nicht nur verwaisten Eltern die Antwort auf die fiese Frage „Wie viele Kinder hast du eigentlich?“ erleichtern, es könnte gut zutreffender für alle möglichen Formen von Elternschaft sein. Weniger sprechen über einen Status und mehr darüber, was getan wird. Das braucht nur ein bisschen Übung.
„Ziehst du eigentlich Kinder groß?“
„Wieviele Kinder wachsen bei/mit dir auf?“

Wie wir über Kinder sprechen

wenn sie noch nicht geboren sind:

Das fuchst mich auch. Und ist kompliziert verwoben mit der Aussicht ein Kind zu bekommen, das nach der Geburt sterben kann. Ich mag den Begriff „ungeborenes Kind“ nicht, erst recht nicht „ungeborenes Leben“. Unabhängig davon, dass er mich an „Untote“ erinnert, und yay, bei solchen crazy batshit-Nachrichten liegt der Gedanke an Babyzombies nah, haha. Ich bin abgestoßen von persönlichkeitszuweisenden Begriffen für Föten, davon, wie Abtreibungsgegner_innen vor allem in den USA versuchen, Föten mit Persönlichkeitsrechten auszustatten, ich finde den Begriff Fötus voll super, weil er darauf hinweist, dass es sich nicht um eine selbstständige separate Entität handelt, sondern ein Ding in einem anderen Menschen drin. Aber ich erinnere mich auch daran, wie wichtig es während der letzten Schangerschaft war, liebevolle Namen zu haben, an der vermeintlichen Persönlichkeit meines Kindes zu stricken, weil da mehr nach der Geburt nichts mehr sein, sich nichts entwickeln würde würde. Ambivalenzen, Alter! Jetzt überlege ich rum, wie sich gut über Schwangerschaften und kommende Kinder sprechen lässt; mit Respekt, aber ohne in Antiabtreibungsrhethorik zu fallen oder sie zu füttern.

Habt ihr Ergänzungen und andere Ideen, wie man diese Dinge besser benennen kann? Wie macht ihr das?

keep the soil moist

So viel passiert und gemacht und so viel gedacht. Gelernt. Verstanden. Wo fang ich an? Das Saatgut sortieren, ehe der Frühling kommt und mit ihm neue Erde in die Balkonblumenhalter. Ich soll Handschuhe benutzen, wegen Toxoplasmose. Das unfassbare Gefühl, etwas sagen zu können und gehört zu werden. Als existiere ich und hätte es vorher nicht. Nach allen stillen Monaten und Jahren (inkorporierte Identität). Nach sitzen und grübeln und sitzen und lesen und sitzen und hören und sitzen und knirschen was gefragt zu werden ist krass. In der Dämmerung auf dem Balkon stehen und einen Baum zersägen, wenn ich nicht denken will. Es ist gut, es ist schwer. Alles gleichzeitig wahr. Viel ist kompliziert und ich sortiere.

Geschenkkette

„Die ersten fünf Menschen die diesen Status kommentieren erhalten irgendwann in diesem Kalenderjahr eine Überraschung von mir – ein Buch, Selbstgebackenes, eine Kerze, Musik oder eine andere lustige Überraschung! Es wird wahrscheinlich keine Vorwarnung geben und es wird geschehen, wenn mich die Lust dazu überkommt. Der Haken? Diese fünf Leute müssen das gleiche Angebot in ihrem FB Status oder auf ihrem Blog machen. Lasst uns 2013 nette, lustige Sachen für einander tun, ohne einen anderen Grund als jemanden zum Lächeln zu bringen und ihm_ihr zu zeigen, dass wir an ihn_sie gedacht haben. Für ein freundlicheres und erfreulicheres Jahr. :)“

Ich bin kein Kettenbriefgirl. „Kopiere das in deinen Status, wenn“-Texte machen mich achselzucken, ich lese sie und scrolle weiter. Selbst die ironischen finde ich nicht witzig. Praktische Hinweise, die man UNBEDINGT TEILEN soll, ignoriere ich. Ich bin skeptisch und oft zu Recht. Ich finde sie peinlich und gehe diesen Peinlichkeiten aus dem Weg. Make no mistakes. (Make nothing.)
Sah mehrere TEDTalks von Brené Brown über Shame und Vulnerability und Courage (Tipp: erst das, dann das) und versuche, zu verstehen. Dass ich diese Statusnachricht, die ich bei einer Freundin mit „Erste!“ kommentierte, nicht kommentarlos auf Facebook poste, sondern hier erläutere, hat ein bisschen damit zu tun. Nur nicht den Eindruck machen, Peinlichkeiten ernst zu machen. Dass ja niemand mit den Augen rollt. Dabei ist es so eine schöne Idee. Und passt zu dem was Brown herausgefunden hat – Vulnerability connects. Geschenke machen steht auf meinem Neujahrswunschzettel. Also kommentiert!

vorsetzen

vorsetzen
Es gilt das Gleiche wie zum letzten Jahr. Wollen können ist toll. Ist wichtiger als müdes wünschen. Gilt gequengelt ebenso wie aus der Brust gesprochen. Ist ein Anfang.
Ich will so viel, eine Liste lohnte sich wohl. Ich will Freundschaften pflegen und schöne Geschenke machen, mich an Geburtstage erinnern und Päckchen verschicken. Ich will nicht nur die richtige Studienwahl treffen, das ist mir schon mal gelungen, ich will auch richtig studieren. Ich will meinen Ehrgeiz zurück und meine Monate mit Aufgaben füllen. Wieder debattieren, alleine verreisen, einladen, lernen und herstellen. Ich will Leben in mein Leben bringen und geben. Zum Beispiel wieder lächeln in öffentlichen Verkehrsmitteln und davon ausgehen üben, dass man mir Gutes will, anstatt schlagende Reaktionen vorzudenken für falls mir wer ungut begegnet. Ich will mir lieber das Lieben leichter machen.
All das aufgesagt mit Ausblick, mit Ferienhausblick, wie ein verspäteter Wunchzettel. Wie kann man nur glauben, dass sich ein Leben ändert, nur weil ein Kalenderblatt umgeschlagen wird?

entsetzen

Entsetzen
Ein unnützes Zwischenjahr, ein Pausenjahr, ein Weißichnnicht. Ich hatte einen ironischen Text dazu geschrieben, der sich der luschigen Weg-Metapher bediente, vom Verlaufen, Steckenbleiben und Richtungändern, den Begegnungen die man hat, und dass man wohl was lerne. Ein genervter Text, dass der Weg nicht das Ziel sei, wenn man irgendwo ankommen wolle, wenn anderswo wer warte. Jetzt ist der Text weg, anstatt sich zu geplantem Zeitpunkt selbst zu veröffentlichen und ich bin so wütend, dass ich nicht weiter weiß, nur grolle. Ob das auch als Bild für das letzte Jahr taugt?
Das wird ihm nicht gerecht, auch wenn ich ein Jahr, dieses Jahr nur im Schatten der letzten drei Monate sehen kann. Der Rest ist so weit weg, ich weiß nichts dazu zu sagen. Keine Statistiken zu meinem Leseverhalten, kein Best-of der einzelnen Monate. Lückenjahr, zum Üben für 2013. Das dann vollbekommen, bitte, und rechtzeitig speichern.

Vierter Advent

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Den 3. Advent übersehen, der 4. Advent ist da und ich bin in Gedanken schon im nächsten Jahr. Die Zeit vergeht so staunenswert schnell. Ich will sie nicht anhalten, nur zurückgehen oder vorspulen können. Morgen ist Bescherung, wer wie brav war, ist dafür unerheblich. Fast alle Geschenke habe ich zusammen, fast alles verpackt. Aufräumen, Baum aufstellen, Baum schmücken. Fast alles geschafft. Weihnachten passiert und geht an mir vorbei. Erst wenn Weihnachten vorbei ist, weiß ich, was ich hätte schöner machen können. Aber ach, ich bin so müde.