übersprungen

Am 3. Dezember kommt Annerose aus der Schule gerannt und die Erzählerin droppt den besten Satz des ganzen Buches. Darauf freuten wir uns als Vorlesekinder auf Wohnzimmerkissen vor dem Sofa sitzend schon lang vorher und kicherten in adventlicher Erwartung auf das kleine obszöne Juchu!
Schnüpperle steht am Küchenfenster und wartet auf Annerose. Schnüpperle steht mittags immer am Küchenfester. Er paßt auf, ob Annerose rennt.
>>Sie kommt!<< ruft Schnüpperle. >>Sie rennt! Sie hat’s nötig!<< Schnüpperle reißt die Haustür auf, damit Annerose nicht erst klingeln muss.“ Achtung, jetzt der Knallersatz!
„Annerose kommt die Treppe heraufgesprungen, daß die Bücher im Schulranzen bumsen.“*
Hihihi.

Am 6. Dezember bekommt Schnüpperle Besuch von seiner Freundin Susanne. Die kann ein vergnügliches Gedicht aufsagen:
„Susanne hustet und räuspert sich lange. Dann sagt sie:
>>Also, es geht los. Erster Vers:
Holler, boller Rumpelsack –<<
Schnüpperle kichert, und Susanne stößt ihn in die Seite.
>>Ruhig, ich fang noch mal an. Also, erster Vers:
Holler, boller Rumpelsack –
Niklas trug sie huckepack,
Weihnachtsnüsse gelb und braun,
Runzlig, punzlig anzuschaun.
<<
>>Lach doch nicht, sonst mach ich nicht weiter<<, sagt Susanne. >>So, zweiter Vers:
Knackt die Schale, springt der Kern,
Weihnachtsnüsse ess ich gern.
Komm bald wieder in dies Haus,
Guter alter Nikolaus!
– Alle.<<
>>Schön<<, sagt Schnüpperle. >>Aber holler boller und runzlig punzlig, das find ich am schönsten. Sag’s noch mal.<<
>>Aber nicht wieder lachen!<<*

Am 7. Dezember wünscht sich Vater, dass es schneit, weils im Hundertjährigen Kalender steht, und ist traurig, weils das nicht tut. In dieser Stadt und drumherum schneite es und blieb liegen. Ätsch!

*[BARTOS-HÖPPNER, Barbara: Schnüpperle. Gütersloh : Bertelsmann Jugendbuchverlag, 1969, S. 15-16 und S.32]

verzweigen

„Heute müssen wir Kirschzweige schneiden“, sagt Mutter, „für jeden von uns einen.“
„Und dann?“ fragt Schnüpperle.
„Dann bindet jeder ein buntes Bändchen an seinen Zweig, damit er ihn wiederkennt, und dann stellen wir sie alle zusammen in eine Vase.“
„Und dann?“ fragt Schnüpperle.
„Dann werden sie zu Weihnachten blühen. Und wer die meisten Blüten an seinem Zweig hat, der wird im nächsten Jahr das meiste Glück haben.“[BARTOS-HÖPPNER, Barbara: Schnüpperle. Gütersloh : Bertelsmann Jugendbuchverlag, 1969, S. 19]


Letztes Jahr
zum Barbaratag. Dieses Jahr holen wir die Kirschzweige aus dem Friedwald, auf dem unser Baby wohnt. Als ob das Leben ein Roman oder Spielfilm sei und alles, was passiert, werde im Lauf des Plots durch Andeutungen vorbereitet. Das mit dem nonlinearen Erzählen müssen wir noch üben.

 

Filmliste, renewed.

Weihnachtsfilme, Stimmungsfutter. Letztes Jahr hatte ich schon versucht zu sammeln, aber da fehlt immer was. Für nächstes Jahr nehme ich mir vor, 24 davon anzusehen, das zu dokumentieren. Rezensionskalender als Adventskalenderersatz.

  • Die Geister, die ich rief
  • Die Muppets-Weihnachtsgeschichte
  • Die Muppets feiern Weihnachten
  • Ist das Leben nicht schön?
  • Schöne Bescherung
  • Der kleine Lord
  • Stirb langsam
  • Stirb langsam 2
  • Nightmare before Christmas
  • Mickys fröhliche Weihnachten
  • Micky und Pluto feiern Weihnachten
  • Mickys turbulente Weihnachten
  • Mickys Weihnachtserzählung
  • Das Wunder von Manhatten
  • Tatsächlich… Liebe
  • Versprochen ist versprochen
  • Während du schliefst
  • Weiße Weihnachten
  • Das Wunder von Manhatten
  • Brügge sehen… und sterben?
  • Kevin allein zu Haus
  • Kevin allein in New York
  • Drei Haselnüsse für ein Aschenbrödel
  • Spuren im Sand
  • Die Weihnachtsepisode von Heinz Becker
  • Tödliche Weihnachten (ergänzt von kaltmamsell)
  • Polarexpress (ergänzt von meiner Mutter)
  • immer noch gesucht: Zeichentrick, Kurzfilm (?), amerikanisch, da fragt sich ein Kind beispielsweise, warum Weihnachtsbäume an einer Stelle ein Loch haben, nicht gleichmäßig hübsch sind, und bekommt (vom Weihnachtsmann in einem Traum?) erklärt, dass das sei, damit man wisse, mit welcher Seite man ihn zur Wand stellen muss. Zuckerstangen kommen vor. Wisst ihr, was für ein Film das ist?
    Gefunden! Die Suche nach dem Weihnachtsstern. Von VHS auf eine Weihnachts-DVD gerettet lag der Film die ganze Zeit in dieser Wohnung rum. Puh!

eins

Einen klingelnden Kuschelkranz selbstgemacht und verschenkt, einen eigenen günstigstens irgendwo gekauft. Früher war das ja so: Mit der weihnachtlicheren meiner beiden Muttis zum Wochenmarkt gegangen, den schönsten Kranz ausgesucht und dann eine Bratwurst auf dem Markt verspeist, mit Adventskranztüte am Stehtischfuß und frierenden Händen. Beobachtete, nie proklamierte Tradition. Die sich nicht fortsetzen lässt, weil der Markt an der Konstablerwache keine Tofu-Würste anbietet und was anderes irgendwie oll wäre. Und weil die Kränze dort, mittelgroß, mittelnett, zwischen 20 und 40 € kosten, was ganz schön meh für mittelwenig Schmuck ist. Macht aber nichts, ich denk mir was neues, viel viel Schöneres aus.