Die Augen algensandig. Meerschaum wusch darüber, ein wenig, und es fühlt sich an,  als hätte ich einen long good cry hinter mir, mal was rausgeheult, was andere auf dem Hometrainer rausschwitzen. Sweat like no one is watching.

Ich hatte heute die Möglichkeit in der Hand: ein zwei drei Wochen ohne Kinder sein zu können. Die Möglichkeit: ich ein Pfefferkorn und sie der Mörser, der mich mit einer drehenden Bewegung aufdrückt. Die Möglichkeit. Zu schreiben, zu lesen, zu singen. Zu verreisen in vier Himmelsrichtungen, nach Norden, nach Nordosten, nach Westen, nach Südosten. Freundinnen treffen, Karaoke singen ohne Curfew, ausschlafen, durch die Stadt flanieren, ohne einen Snack parat haben zu müssen, auf Aufzüge angewiesen oder jede scrollende und verträumte Minute von einem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit unterbrochen. Letting oneself go, die Möglichkeit.

Und mit ihr Angst. Was, wenn wir alle weinen. Was, wenn wir uns nicht wiedererkennen. Was werde ich verpassen.

Ich frage mich, ob ich Angst habe, die Kinder zu vermissen, oder nur zu feige bin, mich darauf einzulassen so lang am Stück konzentriert an etwas zu arbeiten und neue Sachen zu sehen. Mich überraschen zu lassen. Wie lang das her ist, wie unproduktiv es eigentlich war. Ich weiß nicht, welchen Abstrich ich machen will. Ich überlege noch und kratze krümeliges Sekret an der Tränenkarunkel vorbei. Auch ein Salzkristall, of sorts.

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