Was ich nie lernen werde: dass es keine fun-time Nachmittagsaktivität ist, einen Familienausflug zu Ikea zu machen. Trotzdem denke ich, bei Sonnenschein und aufgeräumter Wohnung um 15 Uhr, schon wieder: Komm, lass mal zu Ikea fahren, ist bestimmt fun.

Das ist keine Story über Ikea als Ort, der von anderen Menschen zu einer Satreschen Hölle gemacht wird, es ist nur die Story, ohne besonders spannungsreichen Plot, was für eine dumme Idee das ist, wenn man einfach mal eine gute Zeit miteinander verbringen will, dann einfach mal zu Ikea zu fahren, und das auch noch mit Möbelkaufabsicht. Die Autofahrt dahin, super chill, man muss nur sitzen. Der Restaurantbesuch davor, ich will schreiben semi-chill, man sitzt ja auch, aber dann erinnere ich mich an das Baby, das nicht getragen werden will und lieber laufen (eigentlich nicht schlecht) und dabei versucht, alle Kuchen in Laufhöhe anzupatschen (eher schlecht). Es sind wenige Leute unterwegs, so chill dann doch dass beide Kinder durch die Möbelausstellung intervallkrabbeln können, ohne wem im Weg zu sein.

Später probieren wir Möbel aus, in einer recht unterschiedlichen Intensität, so von groß nach klein. Der Mann gar nicht, ich sitze zwei Schreibtischstühle vorsichtig probe, das große Kind will auf ihnen karusellgedreht werden und das kleine Kind will sie umschubsen, drumrumrennen, alle Props aus allen Schubladen rausschmeißen und drei Packungen Whiteboardstifte vor der Brust balancieren. Nicht, dass es dabei nicht charming wäre. Es hält Leuten die Abkürzungsschwingtür auf und will dann selbst auf der anderen Seite verschwinden, die Leute warten natürlich aufmerksam in Babynähe, bis ich es wieder aufgespürt habe. Noch später spielen beide Kinder in der Spielzeugabteilung. Einvernehmlich, im Flow, es ist schön anzusehen, aber die Aussicht darauf, sie rausziehen zu müssen, weil es fünf vor Sandmännchen ist und die Uhrzeit allein auf zwei tickende Zeitbomben hindeutet, die ist nicht so schön. Da spielen sie noch und wissen nichts von der Uhrzeit und ihren Folgen. Das kleine Kind krabbelt durch einen Tunnel und drei junge Erwachsene, die vorbeigehen, sind ganz verzückt, wollen mit ihm schäkern, als es da raus ist, aber es reagiert nicht. Sie geben auf, gehen weiter, da sagt sie zu dem der beiden jungen Männer, der sicher ihr Boyfriend sein wird, so wie sich bei ihm einhakt: „Ich will auch so eins!“ Drei Minuten später hätte sie es schreien hören können, da bin ich dafür, dass wir weitergehen und das Baby nicht, so ist das manchmal.

Am Ende haben wir einen Schreibtisch in zwei riesigen Paketen und Solarlampions für den Garten. Natürlich passen die Pakete nicht ins Auto, denke ich, überlege noch, ob ich das große Kind auf den Schoß nehmen soll oder lieber selbst mit Bus und Bahn heim. Das Baby ist müde und aufgedreht, das große Kind ist aufgedreht und hibbelig, bis einer heult, aber wir passen doch rein, Kind und Kegelbahn. Zweigeteilt durch ein Riesenbrett von Rücksitz bis Armaturenbrett, können uns anschnallen, Schalten geht auch und als wir zuhause nach einem Parkplatz suchen, sind die Kinder schon längst eingeschlafen.

Ich folge jetzt ihrem guten Beispiel.

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