Die Professorin, die ihr letztes Seminar in ihrem letztem Semester gibt, nur noch zu dem, worauf sie Lust hat. Es ist Literatur von Frauen, übers Frausein, the complexities, und ich hätte so gerne einen Platz darin. Sie teilt eine kollektive Erfahrung, zu der ich noch keinen Zugang hatte, nämlich ab einem gewissen Alter unsichtbar zu werden. Und ich bin dankbar, weil es gut ist, bestimmte Dinge schon vorher zu wissen, zu wissen, it‘s not personal, und die Transitionen, durch die wir in unserem Leben gehen, wie wir nie aufhören zu werden. Bis wir aufhören.

Ich wäre, nach der Professorin, sicher die Älteste im Seminar, definitiv die mit den meisten Semestern. Dinge, die ich sehe: meine weißen Haare, meine vorskizzierten Falten, es geht jetzt nur noch in eine Richtung. Dinge, auf die ich gespannt, für die ich noch nicht bereit bin: z.B. den Prozess Menopause zu erleben, mit feministischen Freund_innen darüber nachzudenken, eigene Öffentlichkeiten. Angehängt die Frage, wie zerplatzbar solche generationalen Bubbles sind, es gibt ja genug Personen, die mir davon erzählen können, was 50+ so geht. Wie viel aber hängt an geteilten Erfahrungen.

Alt werden, und sich wie ein Mädchen fühlen. Weil ich immer so alt sein werde wie jedes Alter, das ich bewusst erlebt habe, weil ich immer so als sein werde wie das Kind, die Jugendliche, die Erwachsene, von denen ich mich erinnere, sie gewesen zu sein. Ich kann nicht mehr spielen wie mit acht, ich kann viele Sachen mehr, aber ich bleibe, wer ich war, mit acht, mit achtzehn, in acht Jahren und danach.

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