Mit trockenem Rachen nicht nach Wasser suchen, sondern nach Bitterino, irgendwas mit Twist, das nicht zu süß sprudelt, ohne Koffein, weil es nach Mitternacht ist. Mein Kompromiss löscht keinen Durst, eine Dose Whiskeycola aus dem Gemüsefach, ich weiß erst nach diesem Text, was sie kann oder nicht.

Uni geht gut, so far, ich mache meine Hausaufgaben, ich gebe mir Mühe, das ist eine schwierige Übung in sich selbst. Weil es ein Skill ist, etwas schlampig abzugeben, wo es nur darauf ankommt etwas abgegeben zu haben. Wo ein Satz reicht, im Beispielsatz des Dozenten sogar ein Schreibfehler, und ich lese viele Male meine Absätze Korrektur, denen nicht wenig zum Essay fehlt. Das Gute daran, Sachen sehr gut machen zu wollen, ist, dass sie selten nicht gut werden. Das Schlechte daran ist, dass sie oft nichts werden, weil ich sie nur gut abgeben will. Die Angst davor, Fehler zu machen und dann muss ich mich schämen. Aber kein Mut ohne Angst. Und so melde ich mich in jedem Seminar, sage nicht alles so, wie ich es gerne gehört hätte, aber bin da. Eine Übung.

Und dann, anders: Feuerwehrbezogene Festivitäten besuchen, halb verkleidet mit Hellblauhemd, mit Wappenpullover. Die Uniformjacke lasse ich zu Hause, nicht, dass jemand in einer Notsituation auf mich hereinfällt. Die vielen schönen Autos, die schönsten in leuchtoranger Magirus-magic und der disconnect: Ich bin hier nur zu Besuch. Ich kann an nichts anknüpfen als an eine ausgelaufene Erinnerung. Auf dem Heimweg denken, was wäre, wenn Andrea nicht tot wäre, wie wäre es für sie mit ihr hier. So viele Feuerwehrfrauen, Jugendfeuerwehrmädchen. Wie ich absichtlicher von ihr lernen könnte, ein Erbe zu erhalten, mir best practises abschauen, zu dem, was sie mir als Kind nicht aufzwang, weil es ihr Hobby war und nicht meines, und dann, im Bauch ein Stolpern. Denn wenn ich daran denke, was wäre, wenn sie da wäre, muss ich daran denken, dass sie das nicht ist, dass sie nicht mehr wiederkommt, aus dem Stolpern ein Aufdiefresselegen, das möchte ich nicht, die Überraschung, dass ich das noch nicht glaube, der Schmerz, schnell weiter. Keine Übung.

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