Mit wieviel Stunden Stunden Schlaf funktioniert dieses Betriebssystem ohne Schäden? Oder mit wie wenig? Heute, aus Mangel heraus, mittelmäßige Denkarbeit gemacht und den Körper gelehnt an eine rau gestrichene Grenze: so sieht es aus, wenn man nicht genug Zeit hat. Konkret: Hausaufgaben machen, wenn die Kinder schlafen, aber selbst nicht schlafen, um Hausaufgaben zu machen. Danach im Dunkeln Kleidung raussuchen für den zweiten Akt der Kitafotografiererei, Bodyberge stapeln und Farben kombinieren für ein Kind in sich und beide Kinder nebeneinander. Dafür, dass das kleine Kind heute wieder so schrie, dafür, dass es deshalb keine Fotos gab, und ein Gruppenbild nur mit Tränen. Sich nachts oder frühmorgens in die Stoffhügel hineinlegen wollen, aber doch noch den Weg ins Bett finden, neben’s Kind. Nicht umziehen, nur die Schuhe aus, und sechs gestellte Wecker im Puppenbett daneben. Die schwere Grenze: So sieht es aus, wenn man Texte abarbeitet, aber nicht genau genug, um im Seminar etwas zu sagen, was scheint. Ich muss das aushalten üben. Auch halbe Sachen sagen. Auch wahrnehmen, wo ich das nicht tun sollte. Mehr Mühe geben, will ich immer sagen, schreibe ich seit Klasse acht ins Notizbuch, nie gut genug, es ist ein Motto. Aber anders. Mehr Mühe geben, das heißt auch, mehr schlafen, um wacher zu sein.

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